Blaubarts Cox

Ein musikalisch literarischer Abend über die Vergänglichkeit

(und dem heitern Scheitern beim Versuch, sie auszuhebeln...)

Nächste Konzerte:

Fr 20. März 2020   Theater POTZTUUSIG, Dietikon 

Sa 21. März 2020   Raum 132, Wetzikon 

Fr 27. März 2020    Atelier für Kunst und Philosophie, Zürich

Fr 24. April 2020    Grotta di Cultura, Sent  

Sa 16. Mai 2020      Feilenhauer, Winterthur 

Fr 15. Mai 2020      Hegnerhof, Kloten       

Konzerte in Planung: Saison 20/21

Mit Kompositionen von Philippe Manouri (Michigan Trio 1993), Boris Blacher (Klaviertrio 1970), Charles Ives (Largo 1934) und Eigenkreationen von Blaubart, kombiniert mit einer Lesung aus Ch. Ransmayrs Roman „Cox oder der Lauf der Zeit“.


Der mächtigste Mann der Welt, Qiánlóng, Kaiser von China, lädt den englischen

Automatenbauer und Uhrmacher Alister Cox an seinen Hof. Der Meister aus London soll in der

Verbotenen Stadt Uhren bauen, an denen die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Zeiten

des Glücks, der Kindheit, der Liebe, auch von Krankheit und Sterben abzulesen sind.

Im Umfeld des (beinahe unsichtbaren) Kaisers, der gemäss einem seiner zahllosen Titel auch

alleiniger Herr über die Zeit ist, vibriert die Luft in einer Atmosphäre von Macht, Angst und

Ohnmacht. Cox darf den Kaiser nicht enttäuschen und die ungewöhnlichen Gedankengänge des

Erfinders ähneln jenen eines Komponisten, der in einer verspielt raffinierten Konstruktion schier

Unmögliches mit grossartiger Poesie zu verbinden mag.


Blaubart verbinden die wunderliche, schroffe, zarte und zutiefst menschliche Geschichte über die Vergänglichkeit mit der ebenso vergänglichen und wunderlichen Welt ihrer Musik. Die MusikerInnen versuchen an jedem Abend, einen Zipfel der Unendlichkeit im Klanguniversum zu erhaschen, bevor der letzte Ton verklingt: Ausgestattet mit einer Sanduhr, die irgendwann zu rieseln aufhört, hat jeder Musiker nur eine begrenzte musikalische Lebenszeit zur Verfügung. 

Und wie der Uhrmacher auf den Gottkaiser warten muss, warten Blaubart auf ein schon fast mythisches Instrument: Das Theremin*. Die hypnotischen Töne werden durch einen Tanz der Hände und die daraus resultierende Beeinflussung eines elektromagnetischen Feldes erzeugt.


*Es wurde 1920 von Leon Theremin, einem nach Amerika emigrierten Russen erfunden und war eines der ersten elektronischen Instrumente.